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27.06.2016


116. Deutsche Wandertag beendet

DWV fordert Hilfen für Integrationsarbeit

Der 116. Deutsche Wandertag ist heute  in Bad Schandau zu Ende gegangen. Während der gestrigen Feierstunde lobte Bundespräsident Joachim Gauck das ehrenamtliche Engagement der im Deutschen Wanderverband (DWV) engagierten Menschen und bezeichnete das Wandern als eine gute Möglichkeit, neugierig und offen, „den Mitmenschen zugewandt“, durch die Welt zu gehen. Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, bezeichnete den Wandertag als einen europäischen, der Menschen verbinde. In einer während des Wandertages verabschiedeten Resolution fordert der Deutsche Wanderverband, Ehrenamtliche stärker zu unterstützen, die Flüchtlingen helfen.

Bundespräsident Joachim Gauck sagte in Sebnitz, dass das Wandern so beliebt sei wie nie zuvor. Dass Wanderer in Deutschland eine so gute Infrastruktur vorfänden, hätten sie den Wandervereinen zu verdanken: „In den Vereinen und auch im Deutschen Wanderverband, wird eine Menge an ehrenamtlicher Arbeit geleistet, von der alle Wanderer profitieren.“
Gauck, der auch Schirmherr des Deutsche Wanderverbandes ist, sieht im Wandern eine ideale Möglichkeit, sich die Welt zu erschließen: “Wandern ist eine der besten Lebensübungen, um sich neugierig und offen, der Natur und den Mitmenschen zugewandt durch die Welt zu bewegen.“

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich sagte: „Dieser Wandertag ist auch ein europäischer. Denn das Elbsandsteingebirge verbindet die Sächsische und die Böhmische Schweiz zu einer einzigartigen Kulturlandschaft. Mit unseren tschechischen Nachbarn verbindet uns die Liebe zur Natur – und die Liebe zur Freiheit.“ Dabei erinnerte er an den Volksaufstand in der DDR 1953 und den Prager Frühling 1968. „Zu den glücklichsten Stunden unserer Geschichte zählt das Jahr 1989, als wir gemeinsam den Weg in die Freiheit gehen konnten. In der Sächsischen und der Böhmischen Schweiz wird greifbar, was wir gemeinsam erreicht haben: Ein Europa der Freiheit, der Offenheit und des Miteinanders.“

Den die Menschen verbindenden Aspekt des Wanderns und der Wanderbewegung betonte auch DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß: „Wandern verbindet – über Grenzen hinweg.“ Dieser Satz habe schon bei der Gründung des Deutschen Wanderverbandes vor über 130 Jahren für seine Organisation gegolten. Der DWV stehe für Gastfreundschaft und Toleranz. Dies gelte selbstverständlich auch für die nach Deutschland geflohenen Menschen. „Wir dürfen sie nicht alleine lassen“, so Rauchfuß.

In seiner Resolution, die am 24. Juni in der DWV-Mitgliederversammlung verabschiedet wurde, fordert der DWV von Politik und Verwaltung, die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern zu unterstützen, die Flüchtlingen bei der Integration helfen. Konkret wünscht der Verband u.a., Ehrenamtliche für die oftmals schwierige Arbeit mit Menschen aus fremden Kulturen stärker zu qualifizieren. So seien Interkulturelle Fortbildungen Voraussetzung für eine erfolgreiche Kommunikation mit Flüchtlingen. Zudem ist bei der ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen der Resolution zufolge eine hauptamtliche Koordination der Angebote unabdingbar. Deswegen wünscht der DWV die verstärkte Einrichtung von Koordinierungsstellen.



Der 116. Deutsche Wandertag hat Tausende Gäste in die Sächsische Schweiz gelockt. Allein am großen Festumzug in Sebnitz beteiligten sich laut dem Deutschen Wanderverband 7.000  Menschen. DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß: „Die Besucher haben die Sächsische Schweiz und die große Gastfreundschaft der Bevölkerung während des Wandertages für sich entdeckt. Viele Besucher werden wiederkommen.“Wie seine Vorgänger werde auch der 116. Deutsche Wandertag der Region, in der er veranstaltet wird, einen nachhaltigen Wachstumsschub verleihen“, so der Präsident.

Heidrun Hiemer, DWV-Vizepräsidentin, mahnte während des Wandertages mehr Unterstützung von Politik und Gesellschaft für das bürgerschaftliche Engagement in den Wandervereinen an. Diese fungierten als „gesellschaftlicher Kitt“, der gerade dringend benötigt würde. Auch Klaus Brämig, Vorsitzender des Wanderverbandes Sächsische Schweiz, sieht es als eine wichtige Aufgabe aller demokratischen politischen Kräfte an, ehrenamtliche Arbeit stärker zu würdigen.

Mike Ruckh, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Sebnitz, versteht den Wandertag in der Sächsischen Schweiz als „Impulsgeber“ für neue Vorhaben und Ziele in den Wandervereinen. Dies sei besonders wichtig, weil das Wandern den Blick weite und Toleranz fördere.

Der Deutsche Wandertag gilt als das größte Wanderfest der Welt, das jährlich vom Deutschen Wanderverband in wechselnden Regionen veranstaltet wird. Ausrichter in diesem Jahr waren der Wanderverband Sächsische Schweiz und die Stadt Sebnitz.

Der Deutsche Wanderverband dankt der Bevölkerung in Sebnitz und der sächsisch-böhmischen Schweiz für ihre Gastfreundschaft, die über sechs Tage den 116. DWT geprägt hat und in Erinnerung bleiben wird. Daran ändern auch die Angriffe von etwa 50 rechten Randalierern auf den Bundespräsidenten am gestern Vormittag nichts, die der Wanderverband ausdrücklich verurteilt.

Der 117. Deutsche Wandertag wird vom 26. bis 31. Juli 2017 in Eisenach beziehungsweise Thüringen stattfinden.


Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, bezeichnete den 116. Deutschen Wandertag als einen europäischen, der Menschen verbindet.
Foto: J. Kuhr / Deutscher Wanderverband


Besucherinnen des großen Festumzuges während des 116. Deutschen Wandertages in Sebnitz.
Foto: J. Kuhr / Deutscher Wanderverband


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