Der Deutsche Wanderverband (DWV) hat ein neues Projekt zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts gestartet. Unter dem Titel „Brückenwege – Verbindungen zwischen Kulturen schaffen und Teilhabe ermöglichen“ entwickelt der Verband von März 2026 bis Februar 2027 ein bundesweites Sensibilisierungs-, Trainings- und Vernetzungsprogramm für Wandervereine. Ziel ist es, Menschen mit Migrationsbiografie stärker für ein Engagement im Ehrenamt zu gewinnen und Vereine bei einer diverseren Ausrichtung zu unterstützen.
Ausgangspunkt ist eine bislang geringe Beteiligung dieser Bevölkerungsgruppe im Wanderwesen. Viele Vereine sind in ländlichen Regionen verankert und verfügen nur begrenzt über Erfahrung mit mehrsprachigen Angeboten oder diversitätssensibler Kommunikation. Das Projekt setzt hier an und vermittelt ehrenamtlich Engagierten Wissen und praktische Werkzeuge, um neue Zielgruppen anzusprechen und Kooperationen mit migrantischen Organisationen aufzubauen.
Projektleiterin Anne-Christine Elsner betont die gesellschaftliche Bedeutung des Vorhabens. „Wandervereine sind Orte der Begegnung. Mit dem Projekt wollen wir Engagierte darin stärken, kulturelle Vielfalt als Chance zu begreifen und neue Wege zu mehr Teilhabe im Ehrenamt zu eröffnen“, so Elsner.
Kern des Projekts sind Online-Seminare und Präsenzworkshops, in denen Themen wie interkulturelle Kommunikation, kultursensible Öffentlichkeitsarbeit oder digitale Ansprache neuer Zielgruppen behandelt werden. Ergänzend werden mehrere Vereine dabei unterstützt, Kooperationen mit migrantischen Organisationen praktisch zu erproben. Ein Mentoringprogramm sowie ein digitaler Werkzeugkoffer mit Materialien und Best-Practice-Beispielen sollen die Ergebnisse dauerhaft für die rund 70 Mitgliedsorganisationen des DWV nutzbar machen.
Rund 200 Ehrenamtliche sind an der Umsetzung beteiligt. Sie werden teilweise als Scouts für kulturelle Vielfalt qualifiziert und geben ihr Wissen anschließend in ihren Vereinen weiter.
DWV-Geschäftsführer Dr. Bernd Hartmann sieht darin einen wichtigen Impuls für die Zukunft der Mitgliedsorganisationen. „Unsere Vereine leben vom Engagement vieler Menschen. Wenn es gelingt, neue Gruppen einzubeziehen und Netzwerke zu erweitern, stärkt das nicht nur die Vereine selbst, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort“, sagt Hartmann.
Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms transform_D der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt umgesetzt. Das Programm unterstützt bundesweit innovative Vorhaben, die bürgerschaftliches Engagement stärken und zur Entwicklung einer resilienten Zivilgesellschaft beitragen.