Ehrenamt entlasten

Der Deutsche Wanderverband (DWV) fordert, dass die vierte Säule der Gesellschaft, die vor allem in Pandemiezeiten Enormes leistet, nicht weiter mit bürokratischen Auflagen und unnötigen Kosten belastet wird. Politiker haben es mit ihren Beschlüssen in der Hand, dem Bürgerschaftlichen Engagement Wertschätzung und Erleichterung zu ermöglichen. Der Präsident des Deutschen Wanderverbandes, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, hat daher, die für das Transparenzregister verantwortlichen Minister Scholz und Seehofer, sowie die beschließenden Ausschüsse angeschrieben, hier in Gänze die gemeinnützigen Organisationen, im Speziellen die DWV-Mitgliedsorganisationen, zu befreien. 

DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß
DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß | © DWV

Aktuell erreichen den Deutschen Wanderverband (DWV) viele hilfesuchende Anfragen seiner Mitglieder. Sie beklagen rückwirkend gestellte Rechnungen des Bundesanzeiger Verlages für die Führung im Transparenzregister. In einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesinnenminister Horst Seehofer hat DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß nun um den Erlass der verlangten Beiträge gebeten.

 

Insbesondere für die Jahre 2018 bis 2020 hat der Bundesanzeiger Verlag gemäß §24 GwG Gebühren für die Führung im Transparenzregisters gefordert. Nach §4(3) TrGebV können sich gemeinnützige Vereine hiervon zwar für das laufende Kalenderjahr befreien lassen, nicht jedoch rückwirkend. DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß kritisiert in seinem Brief an die Bundesminister die nachträgliche Berechnung und die fehlende Möglichkeit für die Vereine, sich nachträglich von den Gebühren befreien zu lassen. Dies sei eine Engagement behindernde Vorgehensweise.

 

Zudem müsse die Gebührenbefreiung von jedem Verein einzeln beantragt werden, was für viele kleine Vereine einen unverhältnismäßigen bürokratischen Aufwand bedeute. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Abgleich mit den Vereinsregistern gemäß §20(2) GwG automatisiert stattfinde, die Vereine dem registerführenden Bundesanzeiger Verlag also ohnehin bekannt seien, so der DWV-Präsident.

 

Stellvertretend für die unter dem Dach des DWV organisierten rund 3.000 Ortsgruppen in 58 Gebietsvereinen bittet Rauchfuß die Bundespolitik um eine unbürokratische Lösung zur generellen und auch rückwirkenden Befreiung von der Gebührenpflicht für die Führung im Transparenzregister.

 

Dieser Auffassung schließt sich Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldvereins, an und spricht von einem „Bürokratiemonster“. Auch Joos warnt in einem Schreiben an die Bundespolitik davor, ehrenamtliche Arbeit mit zusätzlicher Bürokratie und unnötigen Kosten zu belasten.

Pressekontakt

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Jens Kuhr