Oberwiesenthal verbindet Wandern, Ehrenamt und Europa

Der 123. Deutsche Wandertag ist am 27. September in Kurort Oberwiesenthal zu Ende gegangen. Die gemeinsame Veranstaltung mit der EURORANDO, die Wahl eines neuen Vorstands und neue Positionen zu Inklusion und Naturschutz prägten die vier Tage im Erzgebirge.

Abschluss der 123. Deutschen Wandertags in Oberwiesenthal
Abschluss der 123. Deutschen Wandertags in Oberwiesenthal | © Deutscher Wanderverband

Der 123. Deutsche Wandertag hat in Kurort Oberwiesenthal einen Schlusspunkt gesetzt, der über das Erzgebirge hinausweist. Vom 24. bis 27. September trafen sich Wandernde, Vereine und ehrenamtlich Engagierte aus Deutschland und Europa. Erstmals fand der Deutsche Wandertag zeitgleich mit der EURORANDO statt, dem europäischen Wanderfest. Das Motto „bewegt verbunden“ wurde damit auch politisch und gesellschaftlich sichtbar: beim gemeinsamen Programm, bei grenzüberschreitenden Wanderungen und beim großen gemeinsamen Festumzug von Boží Dar in Tschechien nach Kurort Oberwiesenthal.


Zur Eröffnung war die Verbindung der Wandertage präsent: Die Wimpelwandergruppe aus Heilbad Heiligenstadt, Gastgeber des Deutschen Wandertages 2024, hatte den Wandertagswimpel zu Fuß ins Erzgebirge gebracht. Trotz strömenden Regens war die Eröffnung gut besucht. Der Wimpel wurde damit zum sichtbaren Zeichen für die Verbindung der Wandertage über mehrere Jahre hinweg.


Ein weiteres Zeichen setzte die Baumpflanzaktion zur Eröffnung. Gemeinsam mit Partnern wurden rund 2.500 Bäume für klimaresiliente Wälder gepflanzt. An der symbolischen Pflanzung beteiligten sich unter anderem Alexander Dierks, Präsident des Sächsischen Landtags und des Landestourismusverbandes Sachsen, der damalige DWV-Präsident Dr. Michael Ermrich und die damalige DWV-Vizepräsidentin Heidrun Hiemer. Die Aktion verband ehrenamtliches Engagement mit Verantwortung für Natur und Landschaft.


Auch die Mitgliederversammlung des Deutschen Wanderverbandes setzte wichtige Akzente. Dirk Landau wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf Dr. Michael Ermrich, der den Verband seit März 2025 geführt hatte. Zu Vizepräsidenten wurden Thomas Gemke, Heike Krieg und Jobst Brüggemeier gewählt. Dr. Angela Sabac-el-Cher bleibt Schatzmeisterin. Mit der Wahl wurde zugleich ein Generationenwechsel im Präsidium vollzogen. Ermrich sowie die bisherigen Vizepräsidenten Werner Mohr und Heidrun Hiemer traten nicht erneut für ihre bisherigen Ämter an. Ermrich wurde zum Abschluss seiner Amtszeit mit der Karl-Carstens-Medaille ausgezeichnet.


Inhaltlich verabschiedeten der Deutsche Wanderverband und die Deutsche Wanderjugend ein gemeinsames Positionspapier zur Inklusion. Es geht darum, Barrieren abzubauen, Kommunikation zugänglicher zu gestalten und Menschen mit Behinderungen nicht nur die Teilnahme, sondern auch Mitgestaltung und Verantwortung in den Vereinen zu ermöglichen. Inklusion soll als Querschnittsthema in Ausbildung, Vereinsarbeit, Veranstaltungen und Kommunikation verankert werden.


Ein weiteres Thema war der Umgang mit invasiven Arten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rolle der Wandervereine im Naturschutz sowie eine fachliche Unterstützung der ehrenamtlich Tätigen vor Ort. Der DWV hatte das Thema bereits im Vorfeld des Wandertages in seinen naturschutzfachlichen Beratungen aufgegriffen.


Der große gemeinsame, grenzüberschreitende Festumzug von Deutschem Wandertag und EURORANDO bildete schließlich einen besonderen Abschluss. Von Boží Dar in Tschechien führte der Zug nach Kurort Oberwiesenthal. Vereine aus Deutschland und Europa, Fahnen, Musik und unterschiedliche Traditionen machten dabei sichtbar, was das gemeinsame Wandern über Grenzen hinweg leisten kann.


Der Blick richtet sich nun auf den 124. Deutschen Wandertag. Gastgeber wird 2028 die Stadt Thale im Harz sein.


Einen ausführlichen Bericht über den 123. Deutschen Wandertag sowie Bildimpressionen gibt’s im kommenden DWV-Newsletter am 15. Oktober.

Pressekontakt

Jens Kuhr

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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