Temporäre Wegesperrungen

Für eine durchgängige Besucherlenkung und Akzeptanz bei Erholungsuchenden erfordern temporäre Wegesperrungen klare Kommunikation, gut sichtbare Absperrungen und funktionierende Umleitungen. Ein standardisiertes, schnell umsetzbares System mit vorab abgestimmten Abläufen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit sorgt für effiziente Umsetzung. Dabei müssen die Sperrungs-Informationen auch in digitalen Karten angezeigt werden.

Temporäre Wegesperrung zum Naturschutz im Hochschwarzwald
Temporäre Wegesperrung zum Naturschutz im Hochschwarzwald © ForstBW

Ausgangslage

Temporäre Sperrungen von Wegen sind bei forstlichen Maßnahmen, Wegebaumaßnahmen oder aus Gründen des Arten- und Naturschutzes regelmäßig erforderlich. Um die Akzeptanz solcher Sperrungen zu fördern und die Besucherströme weiterhin zu lenken, sind frühzeitige Kommunikation, gut sichtbare Absperrungen und funktionierende Umleitungen entscheidend.

Lösungsansatz 

Für temporäre Wegesperrungen sollten stets Umleitungsstrecken eingerichtet werden. Dafür ist ein einfaches und schnell umsetzbares Umleitungssystem nötig, das von Forstpersonal, Revierleitenden oder weiteren Zuständigen flexibel installiert werden kann. Idealerweise verläuft die Umleitung über bereits ausgeschilderte Wege. Ist das nicht möglich, sollten gut sichtbare Infoblätter mit Kartenausschnitt und Wegbeschreibung bereitgestellt werden, die Erholungsuchende abfotografieren können.

 

Die Umleitung muss rechtzeitig angekündigt werden – idealerweise bereits an der Kreuzung vor der eigentlichen Sperrstelle –, um unnötige Umwege zu vermeiden. Zusätzlich zu den Hinweisen vor Ort, sollte die Sperrung online kommuniziert werden: auf Websites, Apps, in sozialen Medien oder digitalen Outdoorplattformen. Außerdem ist auch möglich, in OpenStreetMap (OSM) Wege als „gesperrt“ zu hinterlegen, sodass ein automatisches Routing bei der individuellen Tourenplanung (zum Beispiel über komoot und Outdooractive) nicht über diese Strecken erfolgt. Das ist jedoch nur sinnvoll, wenn es sich um jährlich wiederkehrende oder langfristige Sperrungen von mehrerer Monate Dauer handelt. Denn digitale Outdoorplattformen ziehen die OSM-Daten nicht täglich in ihre Karten, sodass kurzzeitige Sperrungen  in der Realität bereits aufgehoben sein können, bis sie über Apps die Erholungsuchenden erreichen. Wichtig: Sobald der Weg wieder nutzbar ist, muss die Sperrung in OSM entfernt werden.

 

Bei kurzfristig notwendigen Sperrungen – etwa durch Windwurf oder forstliche Eingriffe – ist eine vorherige schriftliche oder digitale Ankündigung meist nicht möglich. Auch hier ist jedoch zumindest eine verständliche Information vor Ort mit Sperrbegründung und Alternativroute empfehlenswert.

 

Ein gutes Praxisbeispiel ist das Schutzkonzept des Forstbezirks Hochschwarzwald für temporäre Sperrungen im Bereich Rohrhardsberg während der Auerhuhn-Balzzeit im Frühjahr. Hier kommt ein bewährter Ablauf zur Anwendung:

  • Abstimmung mit allen beteiligten Akteur*innen (u. a. Forstbehörden, Kommunen, Tourismusverbände, Grundstückseigentümer*innen, Vereine)
  • Informationsschreiben mit Sperrzeitraum, Begründung und Kontaktangaben an relevante Verteilerstellen
  • Vor-Ort-Maßnahmen wie mobile Holzschranken, Absperrbänder, Schneezäune und Umleitungshinweise – ergänzt durch positive, appellierende Kommunikation an die Erholungsuchenden
  • Öffentlichkeitsarbeit über Presse, Gemeindeblätter, Websites und Social Media
  • Digitale Einbindung in digitalen Outdoorplattformen durch Sperreinträge in OSM
  • Monitoring durch Besucherzählgeräte zur Erfolgskontrolle

Hinweise für die Umsetzung

Damit temporäre Sperrungen effektiv und konfliktfrei umgesetzt werden können, ist eine vorausschauende Planung notwendig. Dazu gehören:

  • ein standardisiertes Sperrkonzept mit klaren Zuständigkeiten
  • vorab abgestimmte Kommunikations- und Verfahrenswege mit allen relevanten Partnern
  • Verfügbarkeit von Absperrmaterial und Kartenvorlagen für Umleitungen
  • transparente Kommunikation der Gründe sowie attraktive Alternativangebote

 

Nur mit klaren Prozessen und abgestimmtem Vorgehen lassen sich Wegesperrungen zügig, rechtssicher und im Sinne der Besucherlenkung erfolgreich umsetzen.

  • ForstBW

    Forstbezirk Hochschwarzwald
    Johannes von Stemm
    Ottenstraße 6 · D-79199 Kirchzarten

    Telefon: +49 7661 9754904
    E-Mail: johannes.stemm@forstbw.de

  • Links:

    Hier in unserem OSM-Tutorial erfahren Sie, wie man in OSM aktiv werden kann – unter anderm wird erklärt, wie wiederkehrende temporäre Wegesperrungen in OSM hinterlegt werden.

    Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit Tour Konzept eG ausgearbeitet.