Genau darin liegt die besondere Wirkung des Qualitätsprozesses. Die Kriterien dienen nicht nur als Prüfmaßstab, sondern auch als strategisches Arbeitsinstrument für Regionen. Wegeführung, Beschilderung, ÖPNV-Anbindung, Unterkünfte, Information und Besucherlenkung werden systematisch analysiert und weiterentwickelt. Dadurch entstehen belastbare Kooperationen zwischen Tourismus, Naturschutz, Kommunen, Gastgebern und ehrenamtlich Engagierten. Viele Regionen entwickeln auf diesem Weg erstmals ein gemeinsames Verständnis ihrer touristischen Identität.
Davon profitieren nicht nur Wandernde, sondern auch die regionale Wirtschaft. Nach Angaben des Deutschen Wanderverbandes gehen rund 40 Millionen Menschen in Deutschland wandern. Das ist mit erheblichen Ausgaben verbunden. Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack von der Ostfalia Hochschule: „Die Ausgaben auf Wanderungen für Einkäufe, Verkehrsmittel, Unterkunft, Gastronomie, etc. sind seit der letzten Erhebung der Ausgaben im Jahr 2016 gestiegen. Die gesamten Ausgaben pro Tag belaufen sich im Durchschnitt auf 60,54 Euro. Spitzenreiter sind dabei Menschen auf Mehrtageswanderungen im Urlaub, die im Durchschnitt 161,90 Euro pro Tag inkl. Unterkunft ausgeben.“
Besonders ländliche Räume können durch qualitätsorientierten Wandertourismus zusätzliche Wertschöpfung erzielen, Saisonzeiten verlängern und kleinere Betriebe stärken. Gleichzeitig wächst mit einer klar erkennbaren Qualitätsstrategie die Sichtbarkeit einer Region im Wettbewerb um naturnahe Reiseziele.
Das Zertifikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ gilt als Königsklasse im deutschen Wandertourismus. Bewertet werden unter anderem Wegequalität, Infrastruktur, Gastfreundschaft, Informationsangebote und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Für Gäste entsteht daraus ein verlässliches Gesamtangebot aus Naturerlebnis, Orientierung und Service.