Vom Allgemeinen Deutschen Tourismusverband zum "Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine". 

Schon 1864 wurde der Badische Schwarzwaldverein gegründet, 1868 der Taunusklub. Ihnen folgten viele weitere Vereine, von denen sich 15 im Mai 1883 in Fulda zum „Verband Deutscher Touristen-Vereine“ zusammenschlossen, dem mehr als 10.734 Mitglieder angehörten. „Das Touristenwesen in Deutschland im allgemeinen zu fördern“ wurde als Vereinszweck formuliert. Ein wesentliches Anliegen war die „Erwirkung von Verkehrserleichterungen ..., z.B. Ermäßigung von Fahrpreisen auf Eisenbahnen, Dampfschiffen und Gasthöfen“. Einzelne Vereine, so der Taunus- und der Rhönklub, formulierten auch das Ziel, die – heute würden wir sagen – strukturschwachen Regionen und die notleidende Bevölkerung zu stärken. Die Wandervereine legten Wege an oder bauten sie aus, markierten sie, boten gemeinsame Wanderungen an, gaben Wanderführer heraus und empfahlen darin auch wanderfreundliche Gasthöfe.

Bereits im Jahr 1900 wurden neue Verbandsziele in die neue Satzung aufgenommen. Dazu gehörten der „Schutz der Naturschönheiten“, sowie die „Förderung der Kenntnisse der deutschen Landschaft in naturwissenschaftlicher und volkskundlicher Hinsicht durch wissenschaftliche Erforschung und volkstümliche Belehrung“. 1902 gründeten Verschönerungs- und Verkehrsvereine den „Bund Deutscher Verkehrsvereine“ (den Vorläufer des Deutschen Tourismusverbandes) und im „Allgemeinen Deutschen Tourismusverband“ waren nun mehrheitlich die Interessen der Wanderfreunde vertreten. So war es folgerichtig, dass sich der Dachverband 1908 in „Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine“ umbenannte – wie er auch heute noch offiziell heißt - Wobei im Jahr 2006 die Mitgliederversammlung beschlossen hat, gleichzeitig auch den Kurznamen „Deutscher Wanderverband“ zu führen. 

 

Nach der Deutschen Wiedervereinigung kam es in Ostdeutschland schnell wieder zur Neugründung der ehemaligen Wandervereine und auch zur Vereinigung der west- und ostdeutschen Vereine. In der Mitgliederversammlung 1997 wurden die „Leitlinien 2000“ verabschiedet, ein Bekenntnis zur Vielfalt des Wanderns und zum bewussten Umgang mit der Natur und Kultur, das auf dem 102. Deutschen Wandertag um ein Bekenntnis zu einem freien und demokratischen Europa ergänzt wurde. Im Jahr 2008, zum 125. Jubiläum des Deutschen Wanderverbandes formulierte die Mitgliederversammlung in der Fuldaer Erklärung Aufgaben und Forderungen für die Zukunft. Heute ist der Deutsche Wanderverband die Dachorganisation von 58 regionalen Wandervereinen mit rund 600.000 Mitgliedern.

Die Fuldaer Erklärung anlässlich des 125. Jubiläums des Deutschen Wanderverbandes können Sie hier als PDF-Version downloaden.

Einen kurzen Überblick über die Geschichte des Deutschen Wanderverbandes können Sie hier als PDF-Version downloaden.