Anerkannte Prävention

Das DWV-Gesundheitswandern ist von der Zentralen Prüfstelle Prävention für weitere drei Jahre zertifiziert worden. Gesetzlich Krankenversicherte bekommen damit weiter einen Teil der Kursgebühren von ihrer Krankenkasse erstattet, wenn sie an den zertifizierten Kursangeboten eines vom Deutschen Wanderverband (DWV) ausgebildeten Gesundheitswanderführers teilnehmen. Dies gilt allerdings weiterhin nur für Gesundheitswanderführer, die außerdem Bewegungstherapeut sind. Die Forderung des DWV an die Bundespolitik, auch erfahrene Gesundheitswanderführer ohne zusätzliche bewegungstherapeutische Ausbildung anzuerkennen, bleibt somit vorerst unerfüllt.

Die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) ist eine Kooperationsgemeinschaft von gesetzlichen Krankenkassen. Sie soll die Qualität von Präventionskursen gewährleisten. Laut Urteil der ZPP entspricht das Bewegungsangebot des Deutschen Wanderverbandes (DWV) dem Leitfaden Prävention „Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung von §§ 20, 20 a und 20 b SGB V“, wenn es von einem vom Deutschen Wanderverband ausgebildeten Gesundheitswanderführer angeleitet wird, der im Grundberuf Bewegungstherapeut ist. Dazu zählen zum Beispiel Physiotherapeuten und Sportlehrer. Damit gilt die Präventionsanerkennung für 230 der insgesamt rund 900 Gesundheitswanderführerinnen und -führer.

 

DWV- Geschäftsführerin Ute Dicks: „Die erneute Anerkennung des zertifizierten DWV-Gesundheitswanderns als Präventionsmaßnahme freut uns sehr und zeigt, dass nachgewiesene und qualitativ hochwertige Bewegungsangebote den Versicherten gut tun.“ Der Verband werde allerdings weiter dafür eintreten, dass nicht nur die Arbeit von Bewegungstherapeuten mit Zusatzqualifikation zur DWV-Gesundheitswanderführerin und -führer anerkannt wird, sondern auch die von anderen DWV-Wanderführerinnen® und DWV-Wanderführern® mit gleicher Zusatzqualifikation.

 

Dafür setzt sich der Verband seit langem ein. So auch in einem in der Jahreshauptversammlung im Jahr 2017 verabschiedeten Forderungskatalog. Die Verantwortlichen in Politik und Gesetzlichen Krankenversicherungen seien gefordert, so Dicks. Es gehe bei der Präventionsanerkennung leider nicht ausschließlich um wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit und „hervorragende Arbeit“ am Menschen. Andernfalls müssten seit Jahren erfahrene DWV-Gesundheitswanderführerinnen und -führer ohne bewegungstherapeutische Grundausbildung den „Übungsleitern mit Zusatz Sport pro Gesundheit“ gleichgestellt werden.

Grundlage für die Erstzertifizierung des DWV-Gesundheitswanderns im Jahr 2016 war eine Wirksamkeitsstudie zum Gesundheitswandern vom Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung (ILUG) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unter Leitung von Professor Kuno Hottenrott. Besonders auffällig war die Verbesserung
des Body Mass Index und des Blutdrucks sowie die Steigerung der Ausdauerleistungs- und Koordinationsfähigkeit. Bestätigt wurden die positiven Auswirkungen des DWV-Gesundheitswanderns gerade nochmals durch eine in Auswertung befindliche Studie der SRH Hochschule für Gesundheit Karlsruhe, die diese in Kooperation mit der BKK Pfalz durchgeführt hat.

Beim Gesundheitswandern werden eher kürzere Strecken zurückgelegt, die niemanden überfordern. Unterwegs gibt es Stopps, während denen Übungen und Spiele stattfinden, die Kraft, Beweglichkeit und Koordination schulen, sowie das Herz-Kreislauf-System und die Kondition stärken.

Die Zertifizierung der ZPP gilt sowohl für die Normalversion des DWV-Gesundheitswanderns, bei der über einen Zeitraum von zehn Wochen wöchentlich eine Gesundheitswanderung stattfindet, als auch für die Kompaktversion mit zehn Einheiten innerhalb einer Woche etwa im Rahmen von Gesundheitsreisen.

Der Deutsche Wanderverband bildet jährlich rund 100 Gesundheitswanderführer und Gesundheitswanderführerinnen aus. Informationen zu Zugangsvoraussetzungen und Kurstermine gibt es unter hier.

Pressekontakt

Referentin Gesundheit & Marketing

Christine Merkel 

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Jens Kuhr