Das sind die diesjährigen Naturwunder-Kandidaten
Vom 10. August bis zum 27. September 2026 können alle Menschen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der Website der Heinz Sielmann Stiftung für ihren Favoriten abstimmen. Nach dem Ende der Publikumswahl wird das Ergebnis öffentlich bekannt gegeben. Der Gewinner wird anschließend im Rahmen einer Preisverleihung zum offiziellen „Naturwunder des Jahres 2026“ gekürt.
Der Steinzoo im Zittauer Gebirge in Sachsen
Bizarr geformte Sandsteinfelsen, die an Tiere erinnern, machen den Steinzoo im Zittauer Gebirge zu einem besonderen Naturerlebnis. Über Millionen Jahre schufen Erosion und Verwitterung Formationen wie die „Brütende Henne“ oder die „Schildkröte“. Drei Rundtouren führen durch die von Mischwäldern, Bächen und Feuchtwiesen geprägte Landschaft, die unter anderem Luchs, Fischotter und Wanderfalke Lebensraum bietet.
Der Badberg in Baden-Württemberg
Der Badberg im Kaiserstuhl zählt zu den artenreichsten Trockenrasen Mitteleuropas. Vulkanischer Untergrund, nährstoffarme Böden und ein mediterranes Klima schaffen Lebensräume für seltene Orchideen, Wildbienen und wärmeliebende Arten wie die Smaragdeidechse. Markierte Wege und geführte Exkursionen ermöglichen Einblicke in das Naturschutzgebiet und lenken Besucherinnen und Besucher durch die empfindliche Landschaft.
Die Teufelsmauer in Sachsen-Anhalt
Wie eine natürliche Mauer ziehen sich die markanten Sandsteinfelsen der Teufelsmauer durch das nördliche Harzvorland. Die rund 80 Millionen Jahre alten Formationen zählen zu den bedeutenden Geotopen Deutschlands. Nährstoffarme Böden und steile Felsbereiche bieten spezialisierten Pflanzen sowie Wanderfalken, Fledermäusen, Zauneidechsen und Schlingnattern Rückzugsräume. Gut ausgebaute Wanderwege eröffnen weite Ausblicke auf den Harz und das Harzvorland.
Der Wiltinger Saarbogen in Rheinland-Pfalz
Der Wiltinger Saarbogen ist der einzige noch weitgehend naturbelassene und nicht schiffbare Abschnitt der unteren Saar. Stromschnellen, Stillwasserzonen, Feuchtgebiete und Röhrichte bilden ein vielfältiges Mosaik von Lebensräumen. Eisvogel, Biber, Graureiher und Kormoran sind hier zu Hause. Geführte Kanutouren ermöglichen es, die sensible Flusslandschaft naturverträglich zu erleben.
Die Bruchhauser Steine in Nordrhein-Westfalen
Die mehr als 90 Meter hohen Porphyrfelsen der Bruchhauser Steine im Rothaargebirge entstanden vor mehr als 380 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Sie gehören zu den markantesten Felsformationen Deutschlands und sind als Nationales Naturmonument und Nationales Geotop besonders geschützt. Auf einem Rundweg mit interaktiven Infotafeln lassen sich die Felsen auf eigene Faust erkunden.
Der Druidenstein in Rheinland-Pfalz
Die Basaltsäulen des Druidensteins im Westerwald wirken wie sorgfältig aufeinandergestellte Steinpfeiler. Sie entstanden, als heiße Lava langsam abkühlte und zu Säulen erstarrte. Der bereits seit 1869 geschützte Felsen liegt auf 431 Metern Höhe mitten im Wald und ist als „Nationales Geotop“ ausgezeichnet. Mehrere Wanderwege führen zum Druidenstein und vermitteln unterwegs Wissen über Geologie und Bergbaugeschichte.
Die Saalfelder Feengrotten in Thüringen
Die Saalfelder Feengrotten gelten laut Guinness-Buch der Rekorde als die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“. Das außergewöhnliche Farbenspiel entsteht durch zahlreiche Mineralien im Alaunschiefergestein. Über Jahrhunderte bildeten sich in dem ehemaligen Bergwerk Tropfsteine, Sinterflächen und schillernde Grottenseen. Ein Weg führt durch die unterirdische Landschaft und gibt Einblicke in die Geschichte des Bergbaus.
Das Brenner Moor in Schleswig-Holstein
Das Brenner Moor bei Bad Oldesloe ist das größte binnenländische Salzmoor Schleswig-Holsteins. Salzquellen schaffen hier seltene Lebensräume für Pflanzen, die sonst vor allem an der Küste vorkommen, darunter Salzaster und Bottenbinse. Auch Blaukehlchen, Nachtigall, Eisvogel und Kranich nutzen das Gebiet. Ein Bohlenweg führt durch die Moorlandschaft und ermöglicht Einblicke, ohne empfindliche Flächen zu betreten.
Die Moorlandschaft Alperstedter Ried in Thüringen
Im Alperstedter Ried kehrt durch die Wiedervernässung geschädigter Flächen und die Umwandlung von Ackerland in artenreiches Grünland ein lebendiges Kalkflachmoor zurück. Exmoor-Ponys und Wasserbüffel halten die Flächen offen. Mehr als 1.280 Arten wurden hier nachgewiesen, darunter Bodenbrüter wie Kiebitz, Grauammer und Braunkehlchen. Ein Bohlenweg, Aussichtsturm und Aussichtshügel machen die Entwicklung des Moores erlebbar.