Runder Tisch als Methode der Beteiligung

Tragfähige Lösungen in der Besucherlenkung entstehen durch gemeinsamen Dialog. Der „Runde Tisch“ bringt alle relevanten Akteur*innen zusammen, schafft Austausch auf Augenhöhe und ermöglicht konsensorientierte Entscheidungen – praxisnah und übertragbar.

Ausgangslage

Gute und vor allem tragfähige Lösungen im Bereich der Besucherlenkung erfordern einen intensiven Austausch der beteiligten Institutionen und Interessensgruppen. Vorhandene Flächen, auf denen Besucherlenkung stattfindet, werden von vielen verschiedenen Interessen überlagert, die in Einklang miteinander zu bringen sind.

In der Runde kommunizieren alle auf Augenhöhe
In der Runde kommunizieren alle auf Augenhöhe © Deutscher Wanderverband, Projekt Natursport.Umwelt.Bewusst

Lösungsansatz 

Ein „Runder Tisch“ ist eine geeignete Methode, um den Austausch und die Abstimmung zwischen verschiedenen Institutionen und Interessensgruppen herbeizuführen. Der Runde Tisch steht dabei symbolisch für eine Sitzordnung, bei der alle Teilnehmenden gleichberechtigt sind. Dies fördert den Austausch auf Augenhöhe. Der Runde Tisch ist ein guter Weg, um konsensorientierte Entscheidungen zu ermöglichen, gerade auch beim oftmals sensiblen Thema der Besucherlenkung – vor allem in Gebieten mit intensiver Freizeitnutzung sowie in naturschutzfachlich sensiblen Gebieten.

 

Beispielhaft wurde ein solcher „Runder Tisch“ bei der Entwicklung der Mountainbike-Konzeption Mittlerer Schwarzwald eingesetzt. Zu Beginn des Prozesses wurden alle betroffenen Interessensgruppen sowie Institutionen gelistet und zu einem gemeinsamen Termin eingeladen. Bei diesem wurden gemeinsam mit den Teilnehmenden noch weitere Beteiligte benannt, die dann ebenfalls in den Prozess eingebunden wurden. Dem Thema der Auswahl der Teilnehmenden kommt bei der Methode des Runden Tischs eine besondere Bedeutung zu. Nur wenn alle Betroffenen beteiligt werden, kann der Prozess gelingen. Eine ausführliche Checkliste, um alle betroffenen Akteur*innen, Institutionen und Gebiete zu identifizieren, findet sich im „Handlungsleitfaden Natursportplaner“ auf den Seiten 3-4, der am Ende dieses Artikels verlinkt ist.

 

Am Runden Tisch wurden dann wichtige Rahmenbedingungen diskutiert und gemeinsam beschlossen, so zum Beispiel der konkrete Ablauf des Beteiligungsverfahrens (siehe Grafik unten), die Berücksichtigung von Kommunikationsmaßnahmen sowie die Art der Beschilderung. Aus dem Runden Tisch wurde eine Arbeitsgruppe ausgegliedert, deren Teilnehmende als Streckenexpert*innen fungiert haben und Tourenvorschläge für Mountainbiker*innen eingebracht haben. Die beteiligten Interessensgruppen hatten den klaren Auftrag die Ergebnisse des Runden Tischs innerhalb ihrer Gruppen zu kommunizieren und somit eine Kommunikation in die Breite zu gewährleisten. Diesem Schritt kommt vor allem bei der Kommunikation mit Grundeigentümer*innen eine sehr hohe Bedeutung zu. Solange noch nicht klar ist, wo die Strecken geführt werden sollen, ist es nicht möglich, einzelne Eigentümer*innen anzusprechen. Eine Kommunikation vom Runden Tisch an die Eigentümerverbände und dadurch weiter an die in Verbänden organisierten Eigentümer*innen legt hier aber den Grundstein für eine spätere positive Kommunikation mit einzelnen Betroffenen. Zusätzlich wurden die wichtigsten Ergebnisse des Runden Tischs auch über die Presse kommuniziert, um noch mehr Personen zu erreichen und größtmögliche Transparenz herzustellen. Über die Presseveröffentlichungen konnten noch weitere Personen für die Mitarbeit am Runden Tisch gewonnen werden. Ein solches Vorgehen kann als beispielhaft angesehen werden und ist auch auf andere Regionen und Konstellationen übertragbar. 

Prozessdesign für die MTB-Konzeption Mittlerer Schwarzwald
Prozessdesign für die MTB-Konzeption Mittlerer Schwarzwald © Tour Konzept eG

Hinweise für die Umsetzung

Der Kommunikation der Interessensgruppen an ihre Mitglieder kommt in diesem Prozess eine besondere Bedeutung zu und diese kann nicht vorausgesetzt werden. Es empfiehlt sich, die Interessensgruppen aktiv bei dieser Kommunikation zu unterstützen. Weiterhin empfiehlt es sich, den Runden Tisch professionell von einer neutralen Person moderieren zu lassen, vor allem falls schon Konflikte vorhanden sind.

  • Mittlerer Schwarzwald 
    – Gengenbach, Harmersbachtal

    c/o Kultur- und Tourismus GmbH Gengenbach

    Telefon: +49 7803 930149 
    E-Mail: info@mittlererschwarzwald.de

  • Links:

    Hilfestellung für einen erfolgreichen Dialog liefert das Dialogkonzept aus dem Projekt Natusport.Umwelt.Bewusst.

     

    Im Handlungsleitfaden zur optimalen Abstimmung für Projektplanungen findet sich eine Auflistung von relevanten Akteursgruppen, die mitbeteiligt werden sollten.

    Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit Tour Konzept eG ausgearbeitet.